Liebe Hundefreunde,

Corona und kein Ende? Doch, und darauf sollten wir uns freuen. Bis dahin gilt es, eine Krise mit wirklich einschneidenden Maßnahmen und Herausforderungen zu meistern. Wenn Sie jetzt denken, „boah, nicht auch noch unsere Futtertante …”, haben Sie natürlich Recht. Gleichzeitig möchte ich aber auf einige Besonderheiten für Hundehalter in der jetzigen Situation eingehen.

Alle Informationen beziehen sich auf einen Stand vom 2. April 2020.

Kann mein Hund an Corona erkranken und das Virus auf mich oder andere übertragen?

Coronaviren sind eine ganze Gruppe von Viren und seit den 1960er Jahren bekannt. In dieser Gruppe gibt es 2 Varianten (Canines Coronavirus (CCoV (1971) und CRCoV (2003)), an denen Hunde erkranken können. In wenigen Fällen kommt es zu einem längeren (evtl. blutigen) Durchfall, der unbedingt tierärztlich behandelt werden sollte. Wissenschaftler schließen bislang aus, dass eines dieser Viren auf den Menschen übertragbar ist.

corona beim hund - hund schal corona 273x400 - Coronavirus beim Hund?Beide Arten sind NICHT gleichzusetzen mit dem aktuellen Coronavirus SARS-CoV-2, der bei Menschen die Atemwegserkrankung COVID-19 verursachen kann.

Eine Übertragung dieses Virus` vom Menschen auf den Hund oder umgekehrt ist ebenfalls NICHT bekannt. Darüber hinaus ist kein Fall bekannt, in dem ein Hund überhaupt infiziert war. Zwar gab es An­fang März einen 17-jährigen Zwergspitz in Hongkong, an dem SARS-CoV-2 in Nase und Schnauze nachgewiesen wurde. Die Wissen­schaft­ler bewerten dieses jedoch als schwache Verunreinigung, nicht als Infektion. Im gleichen Haushalt wohnt sein „Frauchen“, das sich an­der­orts mit Corona infiziert hatte sowie ein weiterer Hund, an dem keine Viren nachgewiesen werden konnten. Ein zweiter Fall in Hong­kong mit einem Deutschen Schäferhund wird ähnlich beschrieben.

Nach heutigem Stand sagt die Wissenschaft: Es gibt KEINEN Beleg dafür, dass das Coronavirus SARS CoV-2 zwischen Mensch und Hund übertragbar ist oder ein Hund hieran erkrankte. Das gilt auch für andere Haus- und Nutztiere.

Muss ich mein Verhalten trotzdem ändern und worauf sollte ich achten?

Jeder Hundehalter sollte achtsam bleiben und derzeit vielleicht erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen. SARS CoV-2 wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Schmierinfektionen erfolgen über „Zwischenstationen“ (Oberflächen, an denen das Virus haftet und eine Zeit lang „überlebt“ – auf glatten (Glas, Metall, Plastik, …) besser als auf porösen (Holz, Haare, Papier, …), in feuchten Umgebungen besser als in trockenen. Solche Zwischenstationen können natürlich auch Nase, Zunge oder Fell unserer Lieblinge sein.

Darum möchte ich ein paar Tipps geben, die jetzt sicher nicht schädlich sind:

  • Beim Gassi gehen ist eine (evtl. auch kurze) Leine sinnvoll. Unvorhersehbare Situationen und unnötige eigene Kontakte zu Dritten können so vermieden werden.
  • Infektionen können erfolgen, wenn das Virus in die Nasen- oder Mundschleimhaut oder Bindehaut der Augen gerät. Das passiert, wenn wir uns mit infizierten Händen ins Gesicht fassen. Darum sollten wir bei und nach jedem Spaziergang verstärkt auf eine intensive Handhygiene achten. Wer weiß schon, wo unser „Struppi“ (und jedes andere Haustier) überall getobt und geschnuppert hat – und wer weiß noch, was man selbst alles angefasst hat?
  • Ihr Vierbeiner sollte intensiv abgetrocknet werden, bevor er in die Wohnung kommt. Trocknen durch Schütteln sollten Sie jetzt vermieden.
  • Beachten Sie bitte die örtlichen Kontakt-, Ausgangs- und Quarantänebedingungen. Sie können von Land zu Land und sogar von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein. Hundehaltern wird aber in der Regel das Gassi gehen – und damit oft mehr als anderen – erlaubt.
    Im Zweifel fragen Sie einfach bei der für Sie zuständigen Gemeinde / dem Bürgeramt nach.
  • Und nein, Ihr treuer Freund braucht keinen Mundschutz – auch wenn er noch so knuffig damit aussieht.
  • In keinem Fall ist SARS-CoV-2 ein Grund, einen Hund abzugeben oder gar auszusetzen.

corona beim hund - schutzmaske01 - Coronavirus beim Hund?Wenn jetzt die Spaziergänge innerhalb der Woche etwas kürzer sein sollten als üblich, haben Sie am Wochenende vielleicht die Möglichkeit, „kurz vor die Stadt zu fahren“. Dort ist es dann nicht so voll, wie im Stadt­park.

Das Frühlingswetter soll in den nächs­ten zwei Wochen überwiegend toll werden. Ein Spa­ziergang verbessert das Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem.

Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei. Genießen Sie den Frühling auch in dieser ungewöhnlichen Zeit.

Ihre Andrea Plattfaut

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