Liebe Hundefreunde,

liebt Ihr Hund den Winter oder möchte er sich lieber unter einer warmen Decke verkriechen? Wie auch immer. Seien Sie vorbereitet, wenn sich Ihre Fellnase in die rauhen Elemente der unnachgiebigen Natur wagt.

Man könnte meinen, alle Fellträger halten Kälte aus. Das ist aber nicht unbedingt so. Unsere vierbeinigen Mitbewohner haben sich genauso an trockene Wohnungswärme gewöhnt, wie wir auch. Kälte empfinden sie als ebenso unangenehm. Darum gilt für den Winter: Zeit für etwas mehr Aufmerksamkeit und Pflege.

Die Bundestierärztekammer (BTK) gibt für Hundehalter jährlich (und seit Jahren unverändert) Hinweise und Verhaltensempfehlungen für „Winter und Kälte“ heraus. Anders als viele andere Webseiten, möchte ich Ihnen aber nicht „dasselbe in Grün“ erzählen. Hier erhalten Sie zusätzliche Tipps.

Wenn Sie die Infos der BTK noch nicht kennen: Am Ende dieses Artikels ist ein Link gesetzt.

Hund im Schnee

Safety first

Dunkelheit und Nässe verringern die Sicht von Auto- und Radfahrern. Sie und Ihr Hund müssen frühzeitig zu erkennen sein. Helle Kleidung und ein reflektierender Gurt oder eine Warnweste helfen. Ihr Hund kann mit Reflektorhalsband oder -geschirr ausgestattet werden. Mit einer Taschenlampe können Sie in dunklen Passagen Auto- und Radfahrer sowie Jogger aktiv auf sich aufmerksam machen. Leuchten Sie anderen jedoch nie direkt in die Augen. Blinkies? Naja, mich nerven sie eher, und das trägt nicht zur Sicherheit bei.

So beugen Sie Gesundheitsrisiken vor

Zunächst ein paar Erläuterungen zu zwei wichtigen Begriffen:

Erfrierungen

Erfrierungen fangen an, wenn der Körper kalt wird. Dann wird automatisch vermehrt Blut von den Extremitäten zur Körpermitte gepumpt, um diese warm zu halten. Ohren, Pfoten und Rute können so kalt werden, dass sich im dortigen Gewebe Eiskristalle bilden und es zerstören. Das „hinterhältige“ an Erfrierungen ist, dass sie nicht sofort sichtbar sind. Untersuchen Sie lieber schon bei einem geringen Verdacht einige Tage die Haut an den Extremitäten auf blasse oder graue Stellen. Die Haut kann sich auch hart oder kalt anfühlen. Werden erfrorene Bereiche warm, kann das sehr schmerzhaft sein. In besonders schweren Fällen kann die Haut schwarz werden und sich abstreifen. Fragen Sie unbedingt rechtzeitig einen Tierarzt um Rat.

Unterkühlung

Unterkühlung kann eintreten, wenn sich ein Hund zu lange in der Kälte aufhält, bei Kälte nass ist oder wenn er eine geringe Widerstandskraft (schlechter Gesundheitszustand, schwache körperliche Konstitution) oder eine zu geringe Durchblutung hat. Typische Symptome können Sie früh erkennen. Wenn sich Ihr Hund unwohl fühlt, wirkt er träger als sonst, bewegt sich langsamer und zieht die Rute ein. Spätestens, wenn Zittern einsetzt, ist es dringend Zeit für den direkten Heimweg. Bei fortschreitender Unterkühlung setzen Lethargie und Kraftlosigkeit ein. Versteifen sich die Muskeln, werden Herzschlag und Atem niedriger und der Hund reagiert kaum auf Reize, dann ist die Situation allerdings lebensbedrohlich. Bekommen Sie bitte keinen Schreck. Unterkühlung ist, wie gesagt, frühzeitig erkennbar.

Friert Ihr Hund?

Wenn es für Sie zu kalt ist, ohne Mantel vor die Tür zu gehen, könnte es auch Ihrer Fellnase kalt werden. Achten Sie darum bei Outdoor-Aktivitäten verstärkt auf das Verhalten Ihres Hundes. Wird er quengelig, zittert er oder wirkt beklommen und zeigt keine Spielfreude, ist es Zeit für den Heimweg.

Auch wenn es sich bis hierher vielleicht anders angehört hat: Es ist gar nicht schwer, Ihren vierbeinigen Freund „gut durch den Winter zu bringen“. Hier ein paar praktische Tipps:

Nutzen Sie die Sonne

Die scheint auch im Winter. Versuchen Sie, Ihren Liebling auf das Gassi-Gehen am späten Vormittag oder frühen Nachmittag einzustellen. Dann ist es wärmer und auch sicherer als frühmorgens und abends. Sonnenschein versorgt sie beide übrigens mit dem wichtigen Vitamin D. Spielen und apportieren Sie mit ihm. Verwenden Sie einen Frisbee, Ball, Dummy oder ähnlich sicheres Spielzeug. Äste sind ungeeignet, da sie Verletzungen im und am Maul hervorrufen können.

Am liebsten drinnen

Familienhunde sind am liebsten drinnen – in ihrem Körbchen, auf Ihrer Decke – jedenfalls dort, wo ihnen nichts entgeht. Hunde sind am glücklichsten, wenn sie zum Schnuppern und Spielen oft vor die Tür kommen, leben ansonsten aber lieber in ihrem „Nest“. Gerade bei niedrigen Temperaturen: Lieber oft und kurz und nicht ohne Aufsicht. Ein guter Anhalt ist: Wenn Sie zurück ins Warme möchten, möchte er es bestimmt auch.

Er mag es muckelig

Im Winter sollten Hunde auf keinen Fall direkt auf einem kalten Untergrund (Fliesen, Laminat, …) schlafen. Wärmende Decken, am besten auf einem angehobenen Schlafplatz (Körbchen, falls die Couch nicht ohnehin schon von ihm in Besitz genommen wurde), verhindern ein Auskühlen im Schlaf. Er sollte einen „angestammten“ Platz in der Nähe einer geschlossenen Restwärmequelle (Heizung) und frei von Zugluft haben.

Von offenen Heizquellen fern halten

Hunde neigen immer dazu, sich möglichst dicht an eine Heizquelle zu legen. Halten Sie ihn daher von Kaminen und Heizstrahlern, aber auch heißen Kaminöfen (und Kerzen sowieso) fern.

Regelmäßiges Striegeln

Ihr Hund braucht Fellpflege, im Winter und bei längerem Fell ganz besonders. Regelmäßiges Striegeln verhindert Verfilzungen und erhält die natürliche Isolierungsfunktion. Anders ist es beim Baden – besonders mit Shampoo. Lieber seltener baden und immer gut abtrocknen. Hunde sollten nur „knüppeltrocken“ vor die Tür.

Achten Sie auf die Hautfeuchte

Im Winter ist es draußen oft kalt und trocken, in der Wohnung warm und trocken, besonders bei einer Fußbodenheizung. Eine trockene, schuppige Haut vermeiden Sie sehr gut mit Fischöl (übrigens in allen Biss25-Sorten enthalten).

Nicht überfüttern

Auch wenn Ihr Hund im Winter einen Extra-Mantel braucht, sollte es ein Fellmantel, kein Speckmantel sein. Er braucht keine maßlosen Extra-Kalorien. Eine hochwertige Vollnahrung, vorzugsweise frischfleisch-basiert, unterstützt ein gesundes Fell und einen guten Energiehaushalt für die kalten Wintermonate.

Pfotenpflege!

Rissige Ballen sind schmerzhaft für Ihr Tier und fördern größere Verletzungen. Hat Ihre Fellnase pelzige Pfoten, müssen die Haare zwischen den Ballen rechtzeitig vor dem ersten Raureif oder Schnee gekürzt werden. Das reduziert die Eisbildung zwischen den Ballen. Streusalz ist ebenfalls Gift für die Pfoten – und den Hund. Ist Ihr Vierbeiner über Streuflächen gedackelt (auch wenn diese bereits abgetrocknet sind oder die letzte Streuung bereits einige Tage her ist), sollten seine Pfoten unbedingt und direkt nach der Rückkehr mit warmen Wasser gereinigt werden – sonst leckt er das giftige Salz ab. Sollten die Ballen spröde oder gar rissig sein, können Sie sie mit einer fetthaltigen Salbe oder mit Vaseline einreiben – auch wenn er das überhaupt nicht mag.

Auch Frostschutzmitteln sind giftig!

Zudem riechen und schmecken sie süßlich. Darum neigen alle Tiere und viele Kinder unweigerlich dazu, diese zu trinken oder zu schlecken. Halten Sie Frostschutzmittel verschlossen und unerreichbar. Sollte bei der Benutzung etwas verschüttet worden sein, dürfen keine Pfützen zurückbelieben und die Fläche sollte gründlich gereinigt werden.

Für Senioren (am vorderen Ende der Leine)

Kälte verschärft einige gesundheitliche Probleme, besonders Gelenkentzündungen (Arthritis). Auch Hunde mit Arthritis müssen sich ausreichend bewegen. Sie sollten aber nicht auf rutschigen Untergründen laufen (gilt auch in der Wohnung) und sich nach ihrem Aufenthalt in der Kälte auf einer weichen und warmen Liegefläche erholen können.

Zu den Empfehlungen der Bundestierärztekammer

Sie sehen, Winterzeit ist „Kümmerzeit“ für verantwortungsbewusste Hundehalter. Eiseskälte, durchdringende Nässe oder beißender Wind sind Herausforderungen für Mensch und Tier. Aber mit etwas zusätzlicher Aufmerksamkeit können beide, Sie und Ihr treuer Freund, die Schönheiten dieser tollen Jahreszeit in vollen Zügen genießen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei. Genießen Sie diesen Winter.

Ihre Andrea Plattfaut

Mail an Andrea Plattfaut